iBooks Author – Erste Erfahrungen

In den letzten Monaten habe ich für meine Schüler einige interaktive Schulbücher (naja, Broschüren ist ehrlicher) im ibook-Format erstellt.

Die Schüler sind natürlich begeistert von der neuen Aufmachung des Schulbuches. Mit viel Freude und Elan wird im Buch rumgedrückt – was verändert sich, wo ist was versteckt.

Auch im interaktiven Buch ist zur Hauptsache reiner Text, der von den Schülern gelesen und auch verstanden werden muss. Dank dem Glossar, das während dem Lesen erreichbar ist, lassen sich schwierige Wörter oder ganze Passagen gut erklären. Das ermöglicht auch schwächeren Schülern eine weitgehend selbständige Arbeit mit dem Buch. Mit Hilfe des Wiederholungs-Widgets lassen sich Kontrollfragen oder –übungen einbauen.

Bilder, Videos etc. lassen sich problemlos einbinden. Das erhöht natürlich das Interesse und die Spannung, verhilft aber auch so manchem Schüler zu einem besseren Verständnis.

An sich sind diese interaktiven Schulbücher eine gute Sache. Ich werde bestimmt auch in Zukunft damit arbeiten.

Aber:

So einfach und schnell wie in der Apple-Werbung farbenfroh dargestellt, ist so ein Buch nicht geschrieben. Da treten einige Hindernisse, Mängel und Bugs zu Tage.

  • Lesen ist immer eine gute Sache, auf den Widgets rumdrücken meistens auch, mir reicht das aber noch nicht. Ich will, dass meine Schülerinnen und Schüler ihre gewonnen Erkenntnisse auch zu Papier bringen können. Ich möchte dem Buch auch Arbeitsblätter „beilegen“ können, die direkt auf dem iPad oder ausgedruckt von Hand bearbeitet werden können.
    Notizen im Buch zu erstellen ist sicher eine gute Möglichkeit, es sind aber eben nur Notizen.
    So muss ich meine Arbeitsblätter im Buchtext auf eine Cloud (Dropbox etc.) verlinken. Das ist nur bedingt befriedigend. Der Schüler benötigt ständig eine Internetverbindung. Ausserdem ist so ein Link im Buch sehr schnell ungültig.
  • Die angebotenen Widgets sind nicht alle sehr benutzerfreundlich, einige setzen erhebliche Programmierkentnisse voraus. Ausserdem ist die Auswahl nicht eben gewaltig.
    Zum Glück bietet LearningApps.org viele wirklich gute Apps, die einfach zu erstellen und einzubinden sind.
  • Die Silbentrennung funktioniert schlicht und einfach nicht. Ich kann sie an drei verschiedenen Orten auswählen, sie ist in der Hilfe und der erhältlichen Literatur beschrieben, aber die deutsche Silbentrennung geht trotz allem nicht. Das führt natürlich hie und da zu unschönen Darstellungen.

Trotz allen Mängeln halte ich das Programm für gelungen, das eine oder andere Update wird hoffentlich noch zur Verbesserung beitragen.
Auf jeden Fall bin ich in der Lage, die mir anvertrauten Kinder mit Lesestoff jeglicher Art zu bedienen, der ansprechend daherkommt und dessen Inhalt von mir bestimmt und auf meine Schüler abgestimmt ist.

Das Ganze ist natürlich mit einem tollen Aufwand verbunden, aber kein Lehrmittelverlag kann bis dato etwas Vergleichbares bieten.

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